Pfingsten - Aufbruch

Zur Osterzeit und auf dem Weg zu Pfingsten:

 

...Feuertaufe...

Liebe Leserin, lieber Leser, manchmal bricht das ganze Lebensgerüst (still und heimlich, oder mit plötzlicher Urgewalt) zusammen!

Da geht die Welt zu einem auf Distanz - man ist nicht mehr dabei - nicht mehr im Geschehen eingebunden...

…tatsächlich traf das Pfingstereignis auf eine Gruppe von Menschen, die sich auf ihrem Weg gescheitert sahen, die sich nicht von ihrer Fixierung auf diese Welt lösen konnten… Zu Befangen, um mit dem eigentlichen Lebensgrund in Verbindung zu treten! – Ein Hemmnis, damals wie heute…Pfingsten ist Aufbruch nach dem Zusammenbruch...Es ist die eigentliche Feuertaufe für mich - für uns!!...Hilf Du mir! Geh mit mir ein kleines Stück, denn immer noch höre ich mit meinem Herzen gar nicht gut...

Danke!  Lieber Gott, 

Du zählst (auf) jeden von uns! ...jede Begegnung hat eine Bedeutung - wenn ich die Dinge durch dich hindurch betrachte ... dann weitet sich mein Raum...oft fällt es mir schwer, Dich zu "durchschauen"...Hilf Du mir! Geh mit mir ein kleines Stück, denn immer noch sehe ich mit meinem Herzen gar nicht gut...

Das Zusammensein inmitten der klösterlichen Gemeinschaft schenkt mir kostbare Anhaltspunkte, wie Gott mich im Alltag durchdringen kann. Dafür danken wir den Schwestern des Klosters Zoffingen von ganzem Herzen.

In diesem Sinne Ihnen alles Gute bis zum Wiedersehen hier oder persönlich in Konstanz "vor Ort". Ihre Freunde Kloster Zoffingen

 

lieber Gott,

 

damals: eine kleine Gruppe machte sich auf den Weg - wollte für Dich eintreten und Deine Liebe auf neue Weise zu den Menschen bringen - doch ihr Anführer wurde verhaftet und am Kreuz hingerichtet! Der kleinen Gruppe wurde ein schwerer Schlag versetzt! Die Begeisterung für die "Sache Jesu" steckte fest. Selbst die Trauer um Jesus an seinem Grab war nicht mehr möglich (das Grab geöffnet - der Leichnam verschwunden). Ihre "Be-Wunderung" für Dich, für Jesus - Ihr Leben - "ganz nah bei Dir" - drohte endgültig zu scheitern....  

...Ja, ohne Pfingsten bleibt am Ende nur Verwund(er)ung! Deine Liebe aber kann nicht bewundert werden! Sie lebt in der Be-Geisterung!...Jesus reicht uns den Schlüssel dazu. Seine Begeisterung lebte aus der Verbundenheit mit Dir  - nicht aus der Bewunderung für Dich. Seine Bindung zu Dir konnte auch das Leid nicht verwunden und der Tod nicht zerreißen... 

"Leben" und "Tod" - in Dir sind sie vereint. Sie sind Dein Wille und  gemeinsam haben sie Anteil an Deiner (liebevollen) Schöpfung... 

Pfingsten - meine Liebe zittert nicht länger vor dem "Tod". Du (Gott) bist nicht länger mein mächtiger "Verbündeter" gegen ihn (den Tod). Pfingsten - eine "begeisterte" Aussöhnung von "Leben" und "Tod"...

Pfingsten - somit ein revolutionäres Ereignis liebevoller Verbundenheit: - "ich" verlasse mich (im Leben und im Sterben) auf "Dich" - ich lasse mich ganz auf Dich ein - auf mein Leben und auf meinen Tod - weil mich Deine Liebe nicht verlässt....

Pfingsten - ein solidarisches Ereignis, das neu füreinander und miteinander aufbricht...sich die Sache Jesu zu "eigen" macht...ein Urkirchen-Ereignis...

Pfingsten -  die Sache Jesu braucht Begeisterte...

Das Leben in "Fülle" erfahren - daß uns Dein Geist (mit jedem Atemzug neu) erfüllt... darum bitten wir sehr...


Ostern feiern – Vergebung wahrnehmen… und sich für Pfingsten begeistern.

..lieber Gott, 
in deiner Schöpfung ist Bewegung und Wandel ein sichtbarer Ausdruck deiner geheimnisvollen Liebe...es fällt mir schwer sie zu deuten!
...Wandel durch Selektion und Wettbewerb??
...Wandel durch Barmherzigkeit und Vergebung??   
...Vergebung - als die eigentliche Quelle des Lebenswandels??...
Jesus wendet sich diesem Geheimnis zu - dort am Teich Bethesda -  wo seit 38 Jahren ein Kranker auf das Leben "wartet"...
An diesem Teich stellt er mir die Frage:
"willst du gesund werden??".... Mir??...

Bin ich der Kranke?? ...Bin ich etwa krank??
...Ich stehe doch in der "Blüte" meines Lebens!!...

Und doch muss ich mich (wie der Kranke) fragen:
Bin ich wandlungsfähig?? ...Bin ich (zu mir) barmherzig??
Kann ich (mir) mein Leben vergeben??
Könnte Jesus auch mich damit meinen, als er sagt :

"steh auf, nimm dein Bett und gehe!"??

...Wohin??  - was könnte sonst die Quelle des Lebens sein - wenn  nicht der Teich Bethesda??...wenn nicht der Ort, der  (durch Wettlauf und Selektion) "blühendes" Leben verheißt?? Was könnte mich und den Kranken sonst gesund machen??
...nach 38 Jahren ist die "Blüte" meines Lebens vorbei - Unausweichlich spüre ich, dass mein "Blühen" nicht das Ende meines Weges ist...mein Weg geht noch viel weiter...und kein Teich Bethesda kann ihn mir ersparen... 
...ja, vielleicht verliert der Kranke seine  Angst vor diesem Weg...
...ja, vielleicht scheint ihm jetzt dieser Weg nicht mehr "trostlos"...
...ja, vielleicht ahnt er, dass seine "Blütezeit" (nach dem Kreuz seiner Krankheit) nicht "verloren" ist...

Ja - auch so könnte ich, wie er "gesund" werden...meinen "gesunden" Lebenswandel finden...meinen "Wandel" über mein Leben hinaus wahrnehmen...
Ja - auch so könnte ich Ostern begreifen...und in meiner Zuwendung zu Deiner umfassenden Wirklichkeit, für Pfingsten, dieser eigentlichen (liebevollen) Grundidee deiner Schöpfung, Feuer und Flamme sein ...


Zu Pfingsten 2010:

lieber Gott,

einen Moment der Stille will ich Dir schenken...
dann zu Dir all meine schweren Gedanken loslassen und innerlich „leer“ werden...
um Platz für das „Große“ in mir zu schaffen…

das „Große“ in mich hineinlassen…

ja, es dauert, bis ich mich (jetzt schon) einlassen kann auf eine (pfingstlich, stürmische)Begegnung (mit Dir),
mit Dir, der Du in jedem von uns – Freund oder Feind – geboren sein willst….
Loslassen!.... So kann Pfingsten bei mir ankommen, nach Ostern... 50 Tage schwanger sein,...und dann „Groß“ werden…und mit Begeisterung hervorbrechen...